Möhringer Projektewerkstatt sammelt Ideen für ein gutes Miteinander

Mitte März lud das mobile Generationenhaus Möhringen, das kein Haus aus Stein ist, sondern ein Netzwerk aus gemeinnützigen Organisationen, Bürgern und dem Bezirksamt, die Bürgerschaft zur Projektewerkstatt „Gemeinsam leben in Möhringen“ ein. Finanziert wurde die Werkstatt von der Bürgerstiftung und der Wüstenrot-Stiftung.

Den Auftakt des Tages bildete der Vortrag von Frau Prof. Althaus von der FH Esslingen über das Thema: “Zukunft gestalten vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Zeit: Familien im Wandel, Inklusion, Interkulturalität”. Sie zeigte mit vielen Daten auf, wie sich die Familie wandelt und welche Unterstützung Familien heute brauchen, um den Alltag zu bewältigen: Zeit, Geld, Infrastruktur, Vernetzung und Informationen über örtliche Angebote. Gleichzeitig sind die meisten Stadtbezirke mit dem demographischen Wandel konfrontiert, der neue Wohnformen und generationenübergreifende Kontakte erfordert, um  miteinander im Gespräch zu bleiben. Ältere, die häufig an entscheidenden Positionen sitzen, brauchen mehr Kontakt zu Jugendlichen. Diese wiederum brauchen positivere Bilder vom Alter. Kontakte sind nicht nur zwischen den Generationen notwendig, sondern auch zwischen den unterschiedlichen Schichten und Nationalitäten. Das Milieu anderer Menschen zu kennen und zu schätzen, ist wichtig für ein gutes Miteinander im Stadtbezirk.

Nach dem Vortrag waren die Bürger und Bürgerinnen eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Es wurden fünf Arbeitsgruppen gebildet: die AGs “Kümmern und Tun”, “Lernen und Austausch”, “Willkommenskultur”, “Leben und Wohnen” und “Netzwerke”, die jeweils von Moderatoren begleitet wurden. Bei den Teilnehmern herrschte Übereinstimmung, dass neue Beziehungen und Vernetzungen zwischen Alt und Jung, zwischen frisch Zugezogenen und Alteingesessenen, zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, aber auch zwischen sozialen Diensten bzw. Vereinen und der Bevölkerung sehr wichtig sind für die Zukunft des Stadtbezirks.

Viele Ideen wurden gesammelt, u.a. wurde die Idee für eine Tauschbörse eingebracht und für gemeinsame Freizeitaktivitäten von Alt und Jung wie gemeinsames Kochen oder Nähen.

Um einen Überblick über alle zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in Möhringen zu erhalten und Akteure zusammenzubringen, um sich kennenzulernen und Infos auszutauschen, wurde eine Vernetzungsveranstaltung für alle Aktiven im Bezirk vorgeschlagen. Diese soll nun von der AG „Netzwerke“ der Projektewerkstatt organisiert werden, so wie auch die anderen AGs ein oder zwei konkrete Projekte weiterverfolgen.

In der Diskussion wurde auch deutlich: vieles kann im Stadtbezirk durch bürgerschaftliches Engagement und eine gute Kooperation mit den professionellen Diensten gestemmt werden. Dennoch darf die Stadt nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Ein professioneller Stadtteilvernetzer im Bezirk oder zumindest ein Etat für den Aufbau von Beziehungen und Netzwerken im Stadtteil für die Akteure, die an dieser Aufgabe mitwirken, sollte im Blick bleiben. Ebenso brauchen Ehrenamtliche noch mehr Unterstützung bei ihrer Tätigkeit, u.a. fachliche Beratung und Supervision.

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