Tauschen im Quartier – Stuttgarter Tauschringe berichten

Beim Treffen der Stadtteilvernetzer in Feuerbach waren zwei Tauschringe zu Gast: das Tauschforum Stuttgart und der NeckarTauschRing.

Das Tauschforum Stuttgart gibt es seit 19 Jahren. Es ist ein unabhängiger Tauschring, der ehrenamtlich verwaltet wird. Das Büro des Tauschrings ist bei der Caritas in der Wagnerstraße,  monatliche Treffen der Tauschmitglieder finden u.a. im Generationenhaus Heslach statt.  Das Tauschforum hat rund 80 Mitglieder. Getauscht werden Dienstleistungen aber auch Gegenstände. Alle Leistungen werden mit der Währung des Tauschforums, den „Talenten“ verrechnet. Es gibt eine Marktzeitung in Papierform und einen Marktplatz im Internet in Form eines wikis, das aber gerade ‚under construction‘ ist. Das Tauschforum ist überregional vernetzt, so dass mit den „Talenten“ auch in anderen Städten, in denen es Tauschringe gibt, bezahlt werden kann. Das Tauschforum sieht sich als stadtweiten Tauschring, hat aber viele Mitglieder aus dem Stuttgarter Süden.

Der NeckarTauschRing sitzt in Hedelfingen und konzentriert sich räumlich auf die Stuttgarter Neckarvororte wie Ober- und Untertürkheim, Rohracker, Wangen, Luginsland, Lederberg. Der Tauschring wird ebenfalls komplett ehrenamtlich verwaltet und ist unabhängig, aber mit guten Kontakten zur katholischen Kirche in Hedelfingen, da die Gründung des Tauschrings auf einen dortigen Diakon zurückgeht. Im  NeckarTauschRing werden Dienstleistungen getauscht und mit der Währung „Öxle“ verrechnet. Auch der NeckarTauschRing trifft sich einmal monatlich zum wechselseitigen Kennenlernen und Tauschen. Zwischenzeitlich werden über den Tauschring auch Vorträge angeboten oder Wanderungen durchgeführt. Die Marktzeitung gibt es in Papierform oder Online. Bei der Verwaltung hilft der Gruppe eine Tauschring-Software. Der Tauschring hat rund 60 Mitglieder. Die Altersspanne reicht – wie beim Tauschforum – von Mitte 30 bis 70 Jahren. Vernetzt ist der NeckarTauschRing speziell mit Tauschringen in Heilbronn und Bad Wimpfen.

Tauschringe als organisierte Nachbarschaftshilfe – darüber wird derzeit in vielen Stadtteilen nachgedacht. Kann man im Quartier ein solch anspruchsvolles Projekt stemmen? Was ist wichtig, damit Tauschringe funktionieren? Hier ein paar Erkenntnisse aus der Diskussion beim Stadtteilvernetzer-Treffen:

  1. Die Kommunikation und der Kontakt unter den Mitgliedern des Tauschrings – neuen und alten – ist ganz zentral. Tauschen hat viel mit Vertrauen zu tun, – und das entwickelt sich durch regelmäßige persönliche Treffen. Man kann vieles online regeln, – aber eben nicht alles. Die persönliche Begegnung braucht es dringend, d.h. regelmäßige Stammtische bzw. Treffen sind wichtig.
  2. Das Quartier/der Stadtbezirk  ist eine gute räumliche Einheit für einen Tauschring, da Nähe (persönlich und räumlich) eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines Tauschrings ist (s. Punkt 1)
  3. Ein Tauschring kann schon mit 15 engagierten Leuten starten, braucht dann aber ein Wachstum.
  4. Die Abgrenzung gegenüber Gewerblichen muss eindeutig sein, d.h. angeboten werden dürfen nur kleine Dienstleistungen, bei denen auch klar sein muss, dass es sich um erweiterte Nachbarschaftshilfe handelt.
  5. „Jeder Teilnehmer ist für die erbrachte Leistung selbst verantwortlich“, d.h. der Tauschring übernimmt keine Haftung.
  6. Die Verwaltung des Tauschrings kann heutzutage komplett online erfolgen und per Telefon, auch die Koordination unter denjenigen, die den Tauschring verwalten, – das spart sehr viel Zeit. Die Marktzeitung muss aber immer auch in Papierform vorliegen, für jene, die mitmachen wollen, aber über keinen Internetanschluss verfügen.
  7.  Öffentlichkeitsarbeit für den Tauschring ist sehr wichtig, d.h. Kontakte zur Presse und eine Webseite braucht man.

Die beiden Tauschringe stehen für Nachfragen aus den Reihen der Stadtteilvernetzer gerne zu Verfügung. Das Tauschforum Stuttgart ist jeden Donnerstag persönlich von 17-19 Uhr erreichbar (Tel. 21069-61) und bald auch wieder online. Die Kontaktdaten des NeckarTauschRings finden Sie hier. Beide Tauschringe freuen sich auch über Neumitglieder. Falls in Ihrem Quartier kein Tauschring existiert oder angedacht ist, dann machen Sie doch bei einem der beiden Tauschringe mit!

Die Stadtteilvernetzer danken den beiden Tauschringen für’s Kommen und ihre Bereitschaft, Wissen mit anderen zu teilen.

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