Umzug dieses Weblogs auf eine neue Webadresse

Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Stuttgarter Stadtteilvernetzerinnen und -vernetzer,

unser Weblog zieht um auf eine eigene Webadresse. Unter

http://www.stadtteilvernetzer-stuttgart.de

schreiben wir weiter für Sie und mit Ihnen über Vernetzungsprojekte und Vernetzungsaktivitäten in Stuttgart.

Hier auf wordpress.com lassen wir die alten Beiträge vorerst stehen samt dieser Umzugsnachricht, damit alle, die auf der alten Webadresse landen, die neue Seite auch finden. Eine automatische Umleitung von wordpress.com auf stadtteilvernetzer-stuttgart.de ist leider nicht möglich.

Herr Lange und ich freuen uns sehr über interessierte Leser/innen. Gerne nehmen wir Anregungen oder Termine von Ihnen auf, die mit der lokalen Stadtteilvernetzung zu tun haben.

Besuchen Sie uns auf stadtteilvernetzer-stuttgart.de

Es grüßt Sie herzlich

Brigitte Reiser

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Engagement-Räume entwickeln – Programmausschreibung des Landes

Der Aufbau von Bürgernetzwerken im Quartier setzt Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement voraus. Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen anzuregen und Teilhabemöglichkeiten zu schaffen, – dies erfordert auf Seiten örtlicher Organisationen einiges an Know-how. Auf dem vorletzten Treffen der Stadtteilvernetzer in Heslach diskutierten wir, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um Bürgerengagement zu ermöglichen.

Auch auf Landesebene ist die Förderung des Freiwilligenengagements ein wichtiges Thema. Zwei Jahre lang tagten unterschiedliche Forschungs-und Entwicklungsteams aus Multiplikatoren und Unterstützern des bürgerschaftlichen Engagements, um Engagement, Engagementhindernisse und -potentiale bestimmter Zielgruppen (u.a. von Jugendlichen, Alten, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung) zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung griff das Land auf und formulierte eine „Engagementstrategie Baden-Württemberg“.

Aufgelegt wurde nun das Landesprogramm: „Gemeinsam sind wir bunt“ – Lebensräume zu Engagement-Räumen entwickeln. Dieses Programm fokussiert nicht auf einzelne Zielgruppen, sondern auf die Entwicklung gemeinsamer Lebens- und Begegnungsräume. „Solche Engagement-Räume können (…) unterschiedlichster Natur sein: Nachbarschaften in Häusern; Nachbarschaften, in denen Menschen nebeneinander wohnen; Quartiere oder Stadtteile; Städte, Gemeinden, Regionen etc.“, heißt es im Landesprogramm. Bewerben können sich Projekte, die darauf zielen, die Vielfalt der vor Ort lebenden Menschen für ein engagiertes „Miteinander und Füreinander“ zu nutzen.

Wer am Aufbau lokaler Bürger-Netzwerke mitwirkt, der gestaltet auch dieses lokale Mit- und Füreinander. Insofern gibt es sicher seitens der Stuttgarter Stadtteilvernetzer Projekte, die für eine Bewerbung in Frage kommen, – sie dürfen allerdings noch nicht begonnen haben. Das Landesprogramm sieht zwei Programmphasen vor: eine Erkundung der örtlichen Engagement-Landschaft als erste Phase und die Umsetzung partizipativ entwickelter Vorhaben in Phase zwei.

Alle genannten Texte, einschließlich des Landesprogramms und des Antragsformulars, findet man auch auf der Webseite des baden-württembergischen Sozialministeriums.

Tauschen im Quartier – Stuttgarter Tauschringe berichten

Beim Treffen der Stadtteilvernetzer in Feuerbach waren zwei Tauschringe zu Gast: das Tauschforum Stuttgart und der NeckarTauschRing.

Das Tauschforum Stuttgart gibt es seit 19 Jahren. Es ist ein unabhängiger Tauschring, der ehrenamtlich verwaltet wird. Das Büro des Tauschrings ist bei der Caritas in der Wagnerstraße,  monatliche Treffen der Tauschmitglieder finden u.a. im Generationenhaus Heslach statt.  Das Tauschforum hat rund 80 Mitglieder. Getauscht werden Dienstleistungen aber auch Gegenstände. Alle Leistungen werden mit der Währung des Tauschforums, den „Talenten“ verrechnet. Es gibt eine Marktzeitung in Papierform und einen Marktplatz im Internet in Form eines wikis, das aber gerade ‚under construction‘ ist. Das Tauschforum ist überregional vernetzt, so dass mit den „Talenten“ auch in anderen Städten, in denen es Tauschringe gibt, bezahlt werden kann. Das Tauschforum sieht sich als stadtweiten Tauschring, hat aber viele Mitglieder aus dem Stuttgarter Süden.

Der NeckarTauschRing sitzt in Hedelfingen und konzentriert sich räumlich auf die Stuttgarter Neckarvororte wie Ober- und Untertürkheim, Rohracker, Wangen, Luginsland, Lederberg. Der Tauschring wird ebenfalls komplett ehrenamtlich verwaltet und ist unabhängig, aber mit guten Kontakten zur katholischen Kirche in Hedelfingen, da die Gründung des Tauschrings auf einen dortigen Diakon zurückgeht. Im  NeckarTauschRing werden Dienstleistungen getauscht und mit der Währung „Öxle“ verrechnet. Auch der NeckarTauschRing trifft sich einmal monatlich zum wechselseitigen Kennenlernen und Tauschen. Zwischenzeitlich werden über den Tauschring auch Vorträge angeboten oder Wanderungen durchgeführt. Die Marktzeitung gibt es in Papierform oder Online. Bei der Verwaltung hilft der Gruppe eine Tauschring-Software. Der Tauschring hat rund 60 Mitglieder. Die Altersspanne reicht – wie beim Tauschforum – von Mitte 30 bis 70 Jahren. Vernetzt ist der NeckarTauschRing speziell mit Tauschringen in Heilbronn und Bad Wimpfen.

Tauschringe als organisierte Nachbarschaftshilfe – darüber wird derzeit in vielen Stadtteilen nachgedacht. Kann man im Quartier ein solch anspruchsvolles Projekt stemmen? Was ist wichtig, damit Tauschringe funktionieren? Hier ein paar Erkenntnisse aus der Diskussion beim Stadtteilvernetzer-Treffen:

  1. Die Kommunikation und der Kontakt unter den Mitgliedern des Tauschrings – neuen und alten – ist ganz zentral. Tauschen hat viel mit Vertrauen zu tun, – und das entwickelt sich durch regelmäßige persönliche Treffen. Man kann vieles online regeln, – aber eben nicht alles. Die persönliche Begegnung braucht es dringend, d.h. regelmäßige Stammtische bzw. Treffen sind wichtig.
  2. Das Quartier/der Stadtbezirk  ist eine gute räumliche Einheit für einen Tauschring, da Nähe (persönlich und räumlich) eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines Tauschrings ist (s. Punkt 1)
  3. Ein Tauschring kann schon mit 15 engagierten Leuten starten, braucht dann aber ein Wachstum.
  4. Die Abgrenzung gegenüber Gewerblichen muss eindeutig sein, d.h. angeboten werden dürfen nur kleine Dienstleistungen, bei denen auch klar sein muss, dass es sich um erweiterte Nachbarschaftshilfe handelt.
  5. „Jeder Teilnehmer ist für die erbrachte Leistung selbst verantwortlich“, d.h. der Tauschring übernimmt keine Haftung.
  6. Die Verwaltung des Tauschrings kann heutzutage komplett online erfolgen und per Telefon, auch die Koordination unter denjenigen, die den Tauschring verwalten, – das spart sehr viel Zeit. Die Marktzeitung muss aber immer auch in Papierform vorliegen, für jene, die mitmachen wollen, aber über keinen Internetanschluss verfügen.
  7.  Öffentlichkeitsarbeit für den Tauschring ist sehr wichtig, d.h. Kontakte zur Presse und eine Webseite braucht man.

Die beiden Tauschringe stehen für Nachfragen aus den Reihen der Stadtteilvernetzer gerne zu Verfügung. Das Tauschforum Stuttgart ist jeden Donnerstag persönlich von 17-19 Uhr erreichbar (Tel. 21069-61) und bald auch wieder online. Die Kontaktdaten des NeckarTauschRings finden Sie hier. Beide Tauschringe freuen sich auch über Neumitglieder. Falls in Ihrem Quartier kein Tauschring existiert oder angedacht ist, dann machen Sie doch bei einem der beiden Tauschringe mit!

Die Stadtteilvernetzer danken den beiden Tauschringen für’s Kommen und ihre Bereitschaft, Wissen mit anderen zu teilen.

Die Stadtteilvernetzer besuchen Feuerbach

Mehr als zwanzig Teilnehmer/innen kamen zum vierten Treffen der Stuttgarter Stadtteilvernetzer in das Service- und Quartiershaus der Samariterstiftung im Quartier „Feuerbacher Balkon“ und Umgebung. Wo früher einmal das Feuerbacher Krankenhaus stand, befindet sich nun ein Neubauviertel mit über 500 Bewohnern. Herr Schlegel, unser Gastgeber informierte gemeinsam mit Freiwilligen und der stellvertretenden Feuerbacher Bezirksvorsteherin, Frau Ramp, über die Vernetzungsstrukturen im Quartier „Feuerbacher Balkon“ und darüber hinaus.

Herr Schlegel ging auf die Rolle des Quartiershauses ein, das inmitten des Neubaugebietes liegt, in direkter Nachbarschaft von Wohnungen der Behindertenhilfe des bhz, einer Kindertagesstätte und einer Tagespflege. Die Samariterstiftung will mit ihren Aktivitäten im Quartiershaus – das selbst ein Ort des generationenübergreifenden Wohnens ist – eine lebendige Nachbarschaft bilden. Diese Zielsetzung stößt bei den Bürgern im Neubaugebiet und in der Umgebung auf Resonanz, so dass Aktivitäten wie das regelmäßige Quartierscafé, die wöchentlichen „Spiel und Spaß“-Runden mit den Bewohner/innen des bhz und das gemeinsame Backen mit der Kindertagesstätte sehr gut angenommen werden. Herr Schlegel betonte, dass die Samariterstiftung nicht mit einem fertigen Programm ins Quartier ging, sondern dass die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner ausschlaggebend dafür sind, welche Projekte letztlich auf die Beine gestellt werden. Frau Wetzer vom bhz stellte das gute Miteinander im Quartier heraus, – die Menschen mit Behinderungen, die hier leben, sind als Nachbarn akzeptiert.

Frau Ramp vom Bezirksamt sagte, dass Feuerbach eine gute Willkommenskultur schaffen will. Sowohl das Quartiershaus als auch das bhz sind wichtige Akteure im Umfeld, deren Vernetzungsaktivitäten vom Bezirksamt unterstützt werden. Herr Schlegel ging auch auf die Vernetzung des Quartiers mit den umliegenden Vierteln bzw. mit anderen Feuerbacher Gebieten ein. Um örtliche Vereine an das Neubaugebiet anzudocken bietet das Quartiershaus Räume für Initiativen aus dem Stadtteil an. Die vhs ist mit einem Bildungsangebot im Quartiershaus schon präsent. Andere Interessierte aus Feuerbach dürfen sich gerne bei Herrn Schlegel melden (Tel. 814 779 102). Vernetzungsstrukturen zwischen Bürgern und zwischen Bürgern und örtlichen Organisationen aufzubauen braucht Zeit. Ein professioneller Vernetzer oder eine Vernetzerin kann hier eine wichtige Rolle spielen. Generell ist es eine große Herausforderung, Migranten und  jene Bürger zu erreichen, die zurückgezogen leben, gerade auch im Alter. Obwohl hier der Bedarf nach Unterstützung und sozialen Kontakten häufig am größten ist.

Die Samariterstiftung hat noch viele Ideen, die sie ins Quartier einbringen kann: ein Tauschring ist ebenso angedacht wie eine Stiftung. Für alle diese Projekte braucht es Freiwillige und Bürger, die Hilfe und Unterstützung auch annehmen. „Die persönliche Ansprache ist das Wichtigste“, resümiert Herr Schlegel, so erreicht man die Bürger im Quartier am Besten.

Die Stadtteilvernetzer danken dem Quartiershaus für die Gastfreundschaft und wünschen weiterhin viel Erfolg bei der Vernetzung vor Ort!

Nach dem Input von Herrn Schlegel und den anderen Feuerbachern kamen wir zum Schwerpunkt-Thema unseres Treffens: „Tauschringe als Form der Nachbarschaftshilfe“, – dazu gibt es einen gesonderten Artikel hier im Blog.

Zum Abschluss unseres Treffens informierte Herr Lange aus Heslach, der im dortigen Generationenhaus aktiv ist, über die neuen „Heslacher Schokoladenseiten“. Zur Erinnerung: das Projekt stammt aus Degerloch (siehe „Degerlochs Schokoladenseiten“) und wurde nun über das Forum der Stadtteilvernetzer nach Heslach gebracht. Herr Lange zeigte die fair-trade-Schokolade mit der hübschen Heslach-Banderole und den Kurzgeschichten von ihm auf der Innenseite. Es sind nun einige Aktionen geplant, um Bürger/innen in die Gestaltung der Schokoladen-Banderole mit Schreib-/Mal- und Fotowettbewerben einzubeziehen. Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Projekttransfer!

Tauschringe als Form der Nachbarschaftshilfe – Einladung zum nächsten Treffen

In Stuttgart gibt es einige Tauschringe: u.a. das Tauschforum Stuttgart, den NeckarTauschRing, den NordPool, den Tauschring Stuttgart-Neugereut. Welche Rolle Tauschnetzwerke als Form der Nachbarschaftshilfe im Quartier spielen können, wollen wir beim nächsten Treffen der Stuttgarter Stadtteilvernetzerinnen und -vernetzer gemeinsam diskutieren.

Wir laden zu diesem Treffen alle ein, die in der Stuttgarter Stadtteilvernetzung aktiv sind – egal ob als bürgerschaftlicher, gemeinnütziger oder städtischer Akteur . Falls Sie schon einmal über die Einrichtung eines Tauschrings im Quartier nachgedacht haben oder daran interessiert sind, sich einem bestehenden Tauschring anzuschließen, dann kommen Sie gerne zu unserem Treffen, das

am Dienstag, 27. Mai 2014, ab 17.15 Uhr, im Quartiershaus Samariterstift in Feuerbach, Kitzbüheler Weg 7

stattfindet. Im Quartiershaus sind wir zu Gast bei Herrn Schlegel von der Samariterstiftung, der uns über die Vernetzungsaktivitäten im Bereich „Feuerbacher Balkon“ und Umgebung informieren wird.  Derzeit entwickeln hier Bürger gemeinsam mit der Kommunalverwaltung und anderen ein Konzept für ein gutes Leben im Alter.

Nach dieser Einführung steht das Thema „Tauschringe“ auf der Agenda. Das Tauschforum Stuttgart und der NeckarTauschRing sind bei uns zu Gast und werden uns aus der Praxis eines Tauschringes berichten und jenen Tipps geben, die an die Gründung eines neuen Tauschnetzwerks denken oder bei einem bestehenden mitmachen wollen.

An der Runden Tischen kann dann das Gespräch mit den erfahrenen Tausch-Experten vertieft werden. Hier können Sie alle Fragen stellen, die Ihnen im Zusammenhang mit dem Thema „Tauschringe als organisierte Nachbarschaftshilfe im Quartier“ wichtig sind.

Kommen Sie und machen Sie mit – das Thema ‚Tauschen als Form der Selbst-und Nachbarschaftshilfe‘ wird auch durch den demografischen Wandel noch eine sehr große Bedeutung in den Stadtquartieren erhalten.

Möhringer Projektewerkstatt sammelt Ideen für ein gutes Miteinander

Mitte März lud das mobile Generationenhaus Möhringen, das kein Haus aus Stein ist, sondern ein Netzwerk aus gemeinnützigen Organisationen, Bürgern und dem Bezirksamt, die Bürgerschaft zur Projektewerkstatt „Gemeinsam leben in Möhringen“ ein. Finanziert wurde die Werkstatt von der Bürgerstiftung und der Wüstenrot-Stiftung.

Den Auftakt des Tages bildete der Vortrag von Frau Prof. Althaus von der FH Esslingen über das Thema: “Zukunft gestalten vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Zeit: Familien im Wandel, Inklusion, Interkulturalität”. Sie zeigte mit vielen Daten auf, wie sich die Familie wandelt und welche Unterstützung Familien heute brauchen, um den Alltag zu bewältigen: Zeit, Geld, Infrastruktur, Vernetzung und Informationen über örtliche Angebote. Gleichzeitig sind die meisten Stadtbezirke mit dem demographischen Wandel konfrontiert, der neue Wohnformen und generationenübergreifende Kontakte erfordert, um  miteinander im Gespräch zu bleiben. Ältere, die häufig an entscheidenden Positionen sitzen, brauchen mehr Kontakt zu Jugendlichen. Diese wiederum brauchen positivere Bilder vom Alter. Kontakte sind nicht nur zwischen den Generationen notwendig, sondern auch zwischen den unterschiedlichen Schichten und Nationalitäten. Das Milieu anderer Menschen zu kennen und zu schätzen, ist wichtig für ein gutes Miteinander im Stadtbezirk.

Nach dem Vortrag waren die Bürger und Bürgerinnen eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Es wurden fünf Arbeitsgruppen gebildet: die AGs “Kümmern und Tun”, “Lernen und Austausch”, “Willkommenskultur”, “Leben und Wohnen” und “Netzwerke”, die jeweils von Moderatoren begleitet wurden. Bei den Teilnehmern herrschte Übereinstimmung, dass neue Beziehungen und Vernetzungen zwischen Alt und Jung, zwischen frisch Zugezogenen und Alteingesessenen, zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, aber auch zwischen sozialen Diensten bzw. Vereinen und der Bevölkerung sehr wichtig sind für die Zukunft des Stadtbezirks.

Viele Ideen wurden gesammelt, u.a. wurde die Idee für eine Tauschbörse eingebracht und für gemeinsame Freizeitaktivitäten von Alt und Jung wie gemeinsames Kochen oder Nähen.

Um einen Überblick über alle zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in Möhringen zu erhalten und Akteure zusammenzubringen, um sich kennenzulernen und Infos auszutauschen, wurde eine Vernetzungsveranstaltung für alle Aktiven im Bezirk vorgeschlagen. Diese soll nun von der AG „Netzwerke“ der Projektewerkstatt organisiert werden, so wie auch die anderen AGs ein oder zwei konkrete Projekte weiterverfolgen.

In der Diskussion wurde auch deutlich: vieles kann im Stadtbezirk durch bürgerschaftliches Engagement und eine gute Kooperation mit den professionellen Diensten gestemmt werden. Dennoch darf die Stadt nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Ein professioneller Stadtteilvernetzer im Bezirk oder zumindest ein Etat für den Aufbau von Beziehungen und Netzwerken im Stadtteil für die Akteure, die an dieser Aufgabe mitwirken, sollte im Blick bleiben. Ebenso brauchen Ehrenamtliche noch mehr Unterstützung bei ihrer Tätigkeit, u.a. fachliche Beratung und Supervision.

Bürgerengagement ermöglichen – gute Rahmenbedingungen schaffen

Beim letzten Treffen der Stuttgarter Stadtteilvernetzer in Heslach wurde an einem der Runden Tische die Frage diskutiert, wie gute Rahmenbedingungen für das freiwillige Engagement geschaffen werden können. Tina Syring vom Gebrüder Schmid Zentrum im Generationenhaus Heslach hat die Ergebnisse der Diskussionsgruppe „Steuerung vs. Autonomie – wie können Handlungsspielräume für Freiwillige aussehen?“ für unser Blog zusammengefasst.

Welche Voraussetzungen sind wichtig, damit sich Bürger und Bürgerinnen mit ihrem Engagement aktiv einbinden und beteiligen können?

Konkrete Projekte: Wer sich ehrenamtlich engagieren will, möchte dies für ein konkretes Projekt tun. Außerdem spielt eine große Rolle, wer sonst noch beteiligt ist.

Netzwerke: Das Bedürfnis, Teil eines Netzwerks zu sein, ist ein wichtiger Motor für ehrenamtliches Engagement.

Konkrete Ansprechpartner und klare Strukturen: Eine wichtige Voraussetzung für ehrenamtliches Engagement sind konkrete Ansprechpartner mit hoher Präsenz (d. h., als Ehrenamtlicher weiß ich, wann ich mich an wen mit meinen Anliegen wenden kann) sowie klare Strukturen beim Anbieter des ehrenamtlichen Projekts.

Gewinnung von Ehrenamtlichen: Es ist eine hohe Sensibilität gefordert, interessierten Personen Aufmerksamkeit entgegenzubringen, ohne sie zu bedrängen (>>>Schulungsbedarf für „Akquisiteure“).

Regelmäßiges Infocafé Ehrenamt: Umgesetzt im Degerlocher Frauenkreis – es findet jeden Monat ein fester Termin statt (Verbindlichkeit!). Das Beispiel zeigt, dass es nicht nur für „Neue“ Infomöglichkeiten geben muss, sondern vor allem auch verbindliche Treffen für Engagierte zum Austausch.

Interessierte und Projekte zusammenbringen: „Wie kitzle ich heraus, was Interessierte wirklich wollen?“ – Bedarf und Interessen müssen koordiniert werden.

Finanzielle Unterstützung von Ehrenamtlichen: Ehrenamt wird häufig als Einstieg in neue Tätigkeiten verstanden und als Möglichkeit, etwas „Taschengeld“ dazu zu verdienen. Spannungsfeld! (Ergebnis der Diskussionsrunde „Monetarisierung des Ehrenamts“ am Runden Tisch).

Jüngere und junge Menschen für das Ehrenamt gewinnen: Die Altersgruppe der Ehrenamtlichen muss dringend erweitert werden, um dem Bedarf gerecht zu werden. Wie kann man diese Zielgruppe erreichen? Was ist deren persönlicher Gewinn? Wo sind Orte, wo man sie erreichen kann?

Ehrenamt braucht Beständigkeit: Ob mehr oder weniger Zeit aufgewandt wird – ohne Beständigkeit und Verbindlichkeit ist ehrenamtliche Arbeit nicht möglich.

Außerdem wurden die zwei folgenden Themen angesprochen:

Infrastruktur im Stadtteil am Beispiel Einzelhandel: Um die Lebendigkeit im Stadtteil zu erhalten, ist der Einzelhandel sehr wichtig. Das setzt jedoch voraus, dass die Bürger dort auch regelmäßig umfassend einkaufen (und nicht nur zusätzliche Einzelprodukte).

„Wie bringt die Stadt die Leute über die Berge“: Ohne öffentliche finanzierbare Verkehrsmittel ist Mobilität in einer Stadt wie Stuttgart nicht möglich. Welche Möglichkeiten gibt es, dieses Thema in den Gemeinderat zu tragen?